Festivalbetreuung- der umfassende Service unseres Hauses

Diesen Service bieten wir für Festivals, Konzerte, Feiern, Tonaufnahmen im Studio oder Kirchen,  für CD-Produktionen und Radioübertragungen.

Als Konzerttechniker sorgt Herr Klavierbaumeister Weber Stefan für die perfekte Stimmung und Intonation der Instrumente.

Auf Bösendorfer Flügel wird seid vielen Jahren jedes Konzert beim Moritzburgfestival gespielt.

Der Mann für den guten Ton

Das Moritzburg Festival feiert sein 20-jähriges Jubiläum –
ein Erfolg, der auch der von Stefan Weber ist, denn er stimmt die Klaviere perfekt.

Stefan Weber, Foto: Robert Michael

Das Beseelte, ja der göttliche Funke, den die Musik haben kann, ist nicht nur dem Genius des Komponisten und der Virtuosität der Musiker zu danken, sondern auch Filz und Nadeln. Der Filz umhüllt die Hammerköpfe, die die Saiten des Klaviers anschlagen. Und die Nadeln werden in den Filz gestochen, um die Intonation – also ihre Klangfarben – zu verändern. „Wenn man schöne Töne haben will, dann müssen die Filzschichten, die um den Holzkern des Hammerkopfes gelegt sind, mit Nadeln gestochen werden.“

Beim Moritzburg Festival, das am Sonnabend in seine 20. Saison startet, ist Stefan Weber dafür zuständig. Er ist Konzertstimmer, sozusagen der Meister unter den Klavierstimmern. Von letzteren unterscheidet ihn die enge Zusammenarbeit mit den Musikern. Er geht also nicht nur hin, stimmt einen Flügel und geht wieder, sondern „ich muss auf die feinsten Bedürfnisse und Wünsche der Künstler reagieren und sie umsetzen“. Er bespricht mit den Pianisten, wie ihre Klangvorstellungen sind und setztdiese dann auf das Instrument um. Und dazusticht er mit einem Instrument, in das drei Nadeln eingespannt sind, in den Filz. „Nach einem einzigen Stich kann man hören, wie sich das Instrument verändert.“ Kunst und Handwerk. Und dann verdeutlicht er am Beispiel verschiedener Komponisten, wie weit Klangvorstellungen auseinanderliegen können. „Mozart etwa steht für klare, perlende, verspielte Strukturen, Brahms und Schumann hingegen für sehr virtuose, klangfüllende.“ Stefan Weber will höchste Qualität präsentieren.

Im Festivalalltag sieht das so aus, dass er morgens gegen sieben Uhr in Moritzburg ist und die Flügel im Schloss bzw. der Kirche stimmt – also die Saiten so spannt, dass sie exakt die vorgegebenen Töne erzeugen. Er muss mit dieser Arbeit fertig sein, bevor die ersten Museumsbesucher kommen, „weil ich dann nichts mehr höre“. Gegen 18 Uhr ist er wieder vor Ort, um bei den Proben der Musiker zur Stelle zu sein. Werden die Instrumente gespielt, verändern sie sich, weil sich die Filzschichten auf den Hammerköpfen verhärten und müssen notfalls nachintoniert werden. „Die Künstler haben das Recht zu sagen, wie sie den Flügel haben wollen, denn schließlich ist es ja ihr Arbeitsinstrument.“ Aber auch wenn die Instrumente nicht gespielt werden, verändern sie sich. Der Flügel im Speisesaal des Moritzburger Schlosses etwa bekommt durch die großen Fenster ziemlich viel Wärme ab, „und das Holz reagiert, es arbeitet“. Und dann nennt Stefan Weber ein Berufsgeheimnis: „Je regelmäßiger man einen Flügel durcharbeitet, desto besser klingt er.“ In seinem Dresdner Klavierhaus vertreibt er Instrumente des österreichischen Herstellers Bösendorfer – neben der deutschen Firma Steingraeber, der amerikanischen Steinway und der italienischen Fazioli für Stefan Weber einer der führenden Klavierbauer der Welt. Der Intendant des Moritzburg Festivals, Jan Vogler, schwöre auf Bösendorfer, weil es perfekte Instrumente für Kammermusik seien: „Sie haben einen orchestralen, schmeichelnden und unterstützenden Ton, während Steinway eher dominante Instrumente baut.“ Stefan Weber hört man an, dass er 1969 in München geboren worden ist, aber die Webers seien eine Ur- Dresdner Familie, die sich bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der Region nachweisen lasse, erzählt er. Allerdings verließ der Vater Dresden nach der Bombardierung 1945 – er hatte als Geiger in der Staatskapelle anfangen sollen. Er wollte nach der Wende wieder nach Hause, und Stefan Weber folgte, zog im Jahr 2000 nach Dresden. Er hatte in Innsbruck Klavierbauer gelernt, in Wien die Fachschule besucht, und es war ihm immer klar, dass „ich ein Meister sein wollte“.

Seine meisterlichen Qualitäten wissen die Musiker beim Moritzburg Festival seit nunmehr einem Dutzend Jahren zu schätzen. Sie setzen beides voraus – ein tiefes Verständnis der Kunst und eine ungewöhnliche Beherrschung des Handwerks

Bildunterschrift: 6 000 Einzelteile machen einen Flügel aus. Stefan Weber vom gleichnamigen Klavierhaus in Dresden bringt sie perfekt zum Laufen für einen perfekten Klang. Foto: Robert Michael

Sächsische Zeitung, Mittwoch 7. August 2013